Beobachtungshinweise





Bitte beachten Sie, dass wir diese Seite schon seit längerem nicht aktualisiert haben. Wir sind gerade dabei, unsere Homepage inhaltlich komplett zu überarbeiten. Die Beobachtungshinweise kommen in Kürze auch dran. Wir bitten um Ihr Verständnis!      
Venustransit 8. Juni 2004
1 Kontakt: 7h19m57.9s   Am Morgen des 8. Juni wird es zu einem Ereignis kommen, das noch kein heute lebender Mensch gesehen hat. Nach dem spektakulären Merkurtransit und der "Jahrtausendopposition" des Planeten Mars im Jahr 2003 hat nun unser innerer Nachbarplanet seinen groß Auftritt: er zieht vor der Sonne vorüber. Mit einem für die Sonnenbeobachtung ausgerüsteten Teleskop, bzw. mit blossen Augen, die jedoch hinreichend gegen die Strahlung der Sonne geschützt sein müssen (!) kann man gegen 7:20 Uhr sehen, wie die Venus beginnt, in die Sonnenscheibe hineinzuwandern (1. Kontakt). Befindet sich Venus ertmals komplett vor der Sonne, ist der zweite Kontakt gekommen. Das Maximum - der Zeitpunkt an dem Venus dem Mittelpunkt der Sonnenscheibe am nächsten kommt - wird um 10:22 Uhr erreicht. Der Austritt beginnt mit dem 3. Kontakt (innere Berührung des scheinbaren Sonnenrandes) und endet mit dem 4. Kontakt (totaler Austritt).
2 Kontakt: 7h39m36.6s
Maximum:10h22m30.0s
3 Kontakt:13h03m57.7s
4 Kontakt:13h23m15.6s
An dieser Stelle möchten wir nochmals darauf hinweisen, daß eine Beobachtung der Sonne ohne ausreichenden Schutz zu bleibenden Schäden des Auges führt. Deshalb bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, das Ereignis durch unseren für Sonnenbeobachtungen ausgerüsteten Refraktor zu verfolgen. Zwischen 7 Uhr und 14 Uhr wird die Sternwarte bei schönem Wetter besetzt sein, so daß wir auch ausreichend Zeit haben werden, neben dem Venustransit Sonnenflecken und Protuberanzen zu beobachten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite von astro!info und Jürgen Giesen..
Marsopposition 2003
Im Jahr 2003 kommt es zu einer sogenannten Perihelopposition des Mars. Von der Opposition eines Planeten spricht man dann, wenn die Erde zwischen der Sonne und dem Planeten steht (siehe unten), der Planet sich also am Himmel an einer Position befindet, die entgegengesetzt zu der Position der Sonne liegt. Folglich können nur die äußeren Planeten eine Oppositionsstellung erreichen. Dabei durchlaufen sie projiziert auf den Hintergrund der Sterne im Zeitraum vor und nach ihrer Opposition - während sie also von der Erde überholt werden - eine sogenannte Oppositionsschleife. Diese ist in der oben eingeblendeten Grafik bei Mars sehr schön zu erkennen. Die rote Linie repräsentiert dabei den Zeitraum von etwa Anfang Juni (rechts) bis Ende November (links). Fuer den gleichen Zeitraum sind auch die Positionen der Planeten Uranus und Neptun eingezeichnet. Sie durchlaufen in dieser Zeit den "rückläfigen" Teil (von links nach rechts) ihrer Oppositionsschleifen. Während es bei Uranus und Neptun jedes Jahr zu einer Opposition kommt (Neptun: 4. Aug 2003, Uranus: 24. Aug. 2003), tritt sie bei Mars aufgrund seiner kurzen Umlaufzeit um die Sonne nur etwa alle 26 Monate ein.
Die Bilder unten zeigen die Orbits der Planeten Mars und Erde um die Sonne. Die grünen Kreise liegen in der Ekliptik mit einem Abstand von 0.2 AE zueinander. Man kann erkennen, daß die Erdbahn sehr gut durch einen Kreis mit einem Radius von 1 AE beschrieben werden kann. Die Marsbahn hingegen besitzt eine höhere Exzentrizität. Am untersten Punkt der beiden Bahnen stehen Erde und Mars bei der Marsoppositon am 28. August 2003. Man kann erkennen, daß sich Mars dabei nahe seines sonnennächsten Punktes (Perihel) befindet und so die Distanz zwischen Erde und Mars nur etwa 56 Millionen Kilometer beträgt. Käme es zu einer Aphelopposition (oben im Bild) so wäre die Entfernung ca. doppelt so groß. Die größte Annäherung findet etwa einen Tag vorher am 27. Aug. 2003 statt. Dies ist durch die elliptischen Bahnen bedingt. Genaue Rechnungen zeigen, daß uns Mars seit der letzten Eiszeit noch niemals so nahe gekommen ist (1924 aber nur um einige 10.000 km schechter). Dies liegt an der zeitlichen Veränderung der Bahnen. Das Marsscheibchen wird uns also in diesem Jahr besonders groß (25.1 Bogensekunden) und hell (-2.9 mag) erscheinen. Jupiter erreichte während seiner Opposition im Februar 2003 eine etwas geringere Helligkeit (-2.6 mag) und einen scheinbaren Durchmesser von 45.5 Bogensekunden.
Da sich das Perihel und somit auch die Oppositionsstellung 2003 von Mars deutlich unterhalb der Ekliptik befindet (siehe Bilder) und außerdem die Ekliptik im Sternbild Wassermann selbst keine hohe Deklination erreicht, wird Mars bei seiner Opposition in Wertheim nur etwa 25 Grad über den Horizont steigen. Dadurch wird der Einfluß der Luftunruhe erheblich wahrzunehmen sein.
 
Ephemeriden und eine Darstellung der Marsoberfläche für beliebige Zeiten findet man hier:
Partielle Sonnenfinsternis am 31. Mai 2003
  Am 31. Mai kann man über Schottland, Island und Grönland eine ringförmige Sonnenfinsternis beobachten. Eine ringförmige Finsternis kommt immer dann zustande, wenn sich der Mond nahe des erdfernsten Punktes seiner Bahn befindet und somit sein scheinbarer Durchmesser nicht groß genug ist, um die Sonnenscheibe total zu verdecken. Darüber hinaus weist diese Finsternis eine sehr spezielle Geometrie auf: bildlich gesprochen geht der zentrale Teil des Mondschattens, in dem man die ringförmige Finsternis sieht, über den der Sonne zugewandten Nordpol der Erde hinweg und streift die Erdoberfläche nur, so daß der Terminator (Tag-Nacht-Grenze) und nicht der Schattenkegel die sonnenabgewandte Seite der Finsterniszone begrenzt. Somit handelt es sich bei der Zone in der die Ringförmigkeit zu beobachten ist, nicht wie üblich um ein Band, sondern sie besitzt die Form eines "D". Da die Zone somit auch hinter der Drehachse der Erde liegt, wird sie nicht wie sonst vom Schatten von West nach Ost, sondern von Ost nach West durchlaufen (Infos and Maps).
Für Beobachter in Wertheim ist dieses Ereignis nur als partielle Finsternis zu sehen, deren Maximum (siehe Bild) um 5h26m39.6s bereits wenige Minuten nach Sonnenaufgang erreicht wird. Die partielle Phase endet um 6h24m05.5s. Um dieses Ereignis zu beobachten ist kein Teleskop notwendig. Doch nicht den angemessenen Schutz der Augen (Sonnenfinsternisbrille, KEINE Schweißerbrille!) vergessen! Falls sie ein optisches Gerät benutzen, unbedingt geeignete Filter oder eine Projektonsvorrichtung verwenden.


Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite von astro!info.
Totale Mondfinsternis am 16. Mai 2003
Wieder einmal findet eine Totale Mondfinsternis in den "frühen Morgenstunden" statt. Ab 3h05m24s beginnt der Vollmond in den Halbschatten der Erde einzutreten (ein virtueller Beobachter an der in den Halbschatten eingetretenen Stelle auf dem Mond sähe eine partielle Sonnenfinsternis, die mit zunehmendem Eintritt in den Halbschatten immer weiter voranschreiten würde). Während der Eintritt in den Halbschatten kaum merkbar für uns abläuft, d.h. sich bestenfalls durch eine leichte Verdunklung des Mondes bemerkbar macht, verliert der Mond ab 4h02m48s beim Eintritt in den Kernschatten unseres Heimatplaneten nach und nach seine Vollmondgestalt (der virtuelle Beobachter auf dem Mond würde Zeuge einer totalen Sonnenfinsternis). Immer mehr Krater und Maria werden nicht mehr direkt von der Sonne beschienen, sondern nur noch von dem Licht, das von der Erdatmosphäre in den Kernschatten hineingelenkt wird. An dieser Stelle sei angemerkt, daß hauptsächlich rotes Licht in den Kernschatten gelangt (vgl. Sonnenauf-, und Sonnenuntergänge!). Der Kernschatten taucht den Mond dann ab 5h13m46s ca. eine Stunde lang bis 6h06m28s vollständig in ein kupferfarbenes Licht. Die Mitte der Totalität wird um 5h40m07s Uhr erreicht, d.h. der Mond befindet sich zu diesem Zeitpunkt am tiefsten im Kernschatten. Wie hell uns der Mond dabei erscheint, hängt neben geometrischen Faktoren von den Bedingungen in der Erdatmosphäre ab. Eine stark verschmutzte Atmosphäre, wie z.B. nach Vulkanausbrüchen, läßt nämlich deutlich weniger Licht passieren. Unglücklicherweise geht einerseits der Mond bereits um 5h44m, also kurz nach der Mitte der Totalität, unter, so daß der Austritt des Mondes aus dem Erdschatten nicht mehr verfolgt werden kann und andererseits hellt die Sonne etwa eine Stunde vor ihrem Aufgang um 5h36m den Himmel doch schon beträchtlich auf. Durch diese Konstellation wird es bei guter Horizontsicht allerdings möglich sein, die Stellung aller drei beteiligten Himmelkörper - Erde, Mond und Sonne - zueinander zu sehen. Der Vollständigkeit halber sei hier noch angemerkt, daß der Mond bis 7h17m26s wieder aus dem Kern-, und bis 8h14m52s aus dem Halbschatten austritt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite von astro!info.
Merkurtransit am 7. Mai 2003
Der Planet Merkur ist wegen seiner Sonnennähe normalerweise nur sehr schwierig zu beobachten. Am 7. Mai bietet sich aber eine ganz besondere Gelegenheit ihn aufzufinden. Da sich Merkur an diesem Tag zwischen Erde und Sonne hindurchbewegt, zeichnet er sich als schwarze, kreisrunde Scheibe auf der Sonnenoberfläche ab. Der letzte für Mitteleuropa beobachtbare Merkurtransit fand übrigens im Jahre 1973 statt.
1 Kontakt: 7h11m33.8s   Etwa eineinhalb Stunden nach Sonnenaufgang wird man mit einem für die Sonnenbeobachtung ausgerüsteten Teleskop sehen können, wie das Scheibchen des Planeten Merkur beginnt in die scheinbare Sonnenoberfläche hineinzuwandern (1. Kontakt). Befindet sich Merkur komplett innerhalb der Sonnenscheibe ist der zweite Kontakt (siehe linkes Bild) gekommen. Wie man aus der Tabelle entnehmen kann benötigt Merkur nur knappe 4.5 Minuten für den Eintrit, der etwas östlich des nördlichsten Sonnenpuktes erfolgen wird. Das Maximum - der Zeitpunkt an dem Merkur dem Mittelpunkt der Sonnenscheibe am nächsten kommt - wird kurz vor 10 Uhr erreicht. Der Austritt beginnt mit dem 3. Kontakt (siehe rechtes Bild) und endet mit dem 4. Kontakt.
2 Kontakt: 7h15m59.3s
Maximum: 9h52m11.8s
3 Kontakt:12h28m10.5s
4 Kontakt:12h32m35.0s
An dieser Stelle möchten wir nochmals darauf hinweisen, daß eine Beobachtung der Sonne mit nicht ausreichend schützenden optischen Geräten zu bleibenden Schäden des Auges führen kann. Deshalb bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit das Ereignis durch unseren für Sonnenbeobachtungen ausgerüsteten Refraktor zu beobachten. Zwischen 7 Uhr und 13 Uhr wird die Sternwarte bei schönem Wetter besetzt sein, so daß wir auch ausreichend Zeit haben werden, neben dem Merkurtransit Sonnenflecken und Protuberanzen zu beobachten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite von astro!info.

Alle Zeiten sind lokal für die Koordinaten von Wertheim von Calsky berechnet worden. Die Bilder wurden mit Guide 7.0, bzw. 8.0 und XEphem 3.2.2 erzeugt.